Veranstaltungen 2022

Gemeinschaftsausstellung: Starke Verbindungen (01.08. – 30.10.2022)

In diesem Sommer gab es im Kunstraum Erlensee eine Ausstellung von Bildern zu sehen, in denen Fotos und Malerei eine „starke Verbindung“ eingehen.

Während ein Foto, ist es erst einmal gemacht, den Augenblick unveränderlich eingefangen hat, entwickelt sich durch Malerei das Bild stetig, Schicht um Schicht, Farbe in Farbe.

Das Foto erfasst exakt, was der Fotograf gerade vor die Linse bekommen hat. Er kann es farblich, oder im Spiel mit Licht und Schatten, mit  Kontrast oder Ausschnitten usw. noch im Nachhinein beeinflussen, aber das ausgewählte Motiv bleibt bestehen.

Beim Malen bringt sich der Künstler selbst intensiv ein, bestimmt Motiv, Verlauf, Farbgebung, Material usw., gestaltet abstrakt, surreal, oder aber realistisch, gegenständlich. Das Bild wächst allmählich unter seinen Händen und kann immer wieder beliebig verändert werden.

Beides, Fotos und Malerei erfordern ein geschultes Auge und Freude am Gestalten.

Die im Kunstraum ausgestellten Werke umfassten ganz unterschiedliche Motive von Portraits, über Landschaften bis hin zum Kriegsschauplatz Europa. Die Künstlerinnen hatten dabei in ihre gemalten Werke zum Teil eigene, als auch öffentliche Fotos einfließen lassen.

Es wurden verschiedene Materialien verwendet, Papiere, Zeitungen, Stoffe, Kordeln usw., „mixed-media“ eben. Dabei beeinflussen sich Fotos und Malerei gegenseitig.

Szenische Lesung von Marianne Walter und Detlev Nyga:  „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ (20.08. 2022 um 18 Uhr)

Detlev Nyga, Schauspieler aus FFM – Dramatische Bühne, Fliegende Volksbühne, Fritz Remond Theater & Brüder Grimm Festspiele Hanau, mit Leidenschaft für Literatur.

Marianne Walter in verschiedenen Bereichen kreativ – Lesungen (Hanau liest ein Buch, Frauen lesen, …), Organisation & Moderation von Ausstellungen, Fotografie, Malerei.

Detlev Nyga las mit Marianne Walter aus dem Roman “Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ von Susann Pasztor.

„Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ erzählt von einem ungleichseitigen Dreieck um die todkranke Karla. Karla hat Krebs und vielleicht noch ein paar Monate zu leben. Eine berührende Geschichte über die Schönheit des Lebens und die erstaunliche Entwicklung einer Vater-Sohn-Beziehung.
FRED, alleinerziehender Vater, Angestellter, seit neuestem Sterbebegleiter, möchte bei seinem ersten Einsatz alles richtig machen. KARLA, reserviert und eigensinnig, hat nur noch wenige Monate zu leben. PHIL ist Fred‘s 13-jähriger Sohn und bekommt eine besondere Aufgabe von Karla.

„Dieser Roman ist keiner, der Angst vorm Sterben macht. Im Gegenteil. Er macht Lust auf das Leben. Jetzt.“ (Christine Westermann)

Gastausstellung von Rina Nentwig: Schau, da ist ein Mensch (03.07. 2022 um 18 Uhr)

In ihrer Ausstellung, die den ganzen Juli über im Erlenseer Kunstraum zu besichtigen war, stellte Rina Nentwig eine Retrospektive ihrer Arbeiten vor.

Da sich die Künstlerin stets für den Menschen und seinen Ausdruck interessiert, malt sie spontan und ohne Vorlage fantasiereiche Darstellungen des Menschen.

Schon als Kind interessierte sie sich für die Bildende Kunst. Joseph Hirsch, ein Freund der Familie und bekannter Künstler und Kunstprofessor an der Jerusalemer Bezalel-Kunst-Akademie, hat diese Neigung geweckt und gefördert. Daher war der Weg fast vorgezeichnet, später selber einmal malen zu wollen.

Nach dem Studium der Sonderschulpädagogik mit dem Hauptfach Kunst, folgten Jahre als Lehrerin an der Sonderschule. Berufsbegleitend lernte Rina Nentwig Kunsttherapie und entdeckte dabei, dass Malen auch anders gehen kann: spontan, ohne Plan, entstehen Bilder, meist mit Acryl gemalt, die sie oftmals mit anderen Materialien oder Farben überarbeitet.

Rina Nentwig hält sozusagen Zwiesprache mit dem Gemalten und das Bild sagt ihr dann, was sie sehen und wie sie es weiter malen soll. Das Experimentieren mit verschiedenen Materialien, das Mischen von Farben, das Malen – den Expressionisten nachempfunden – verleiht ihr dabei ein Gefühl der Leichtigkeit, der Sorglosigkeit und es stellen sich bisher nicht gekannte Glücksmomente ein.

Dabei gilt bei ihr der Satz: „Wenn ich male, bin ich meiner Seele am nächsten.“

Beate Scholz liest und bespricht das Buch „Glückskind“ (14.05. 2022 um 19 Uhr)

Hans D., der jahrelang keine Fragen mehr hatte – nicht an sich selbst – nicht an das Leben, findet in einer Mülltonne ein Baby. Sein Leben verändert sich schlagartig. Soll er das Kind behalten, es verstecken? Und die Mutter? Eine Mordanklage zulassen, wider besseres Wissen? Was ist gerecht? Wie handeln? Es beginnt ein einfühlsamer, berührender Prozess über die Entscheidung, was geschehen muss!

Der Autor STEVEN UHLY, geb. 1964 in Köln, ist deutsch-bengalischer Abstammung, dabei teilverwurzelt in der spanischen Kultur. Uhly studierte Literatur, leitete ein Institut in Brasilien, übersetzt Lyrik und Prosa aus dem Spanischen, Portugiesischen und Englischen.

Mit seiner Familie lebt er in München.

Die Leserin und Buchbesprecherin Beate Scholz ist bekannt für ihre Begeisterung für Literatur. Ob „Hanauer Kultursommer“, oder „Hanau liest ein Buch“, Lesungen in Büchereien oder Schulen, sie versteht es immer wieder, ihren Zuhörer die wichtigsten und spannendsten Momente nahe zu bringen.

Gemeinschaftsausstellung: Formen und Strukturen (Vernissage am 30.04.2022 um 18 Uhr)

Die vier Künstlerinnen Rosemarie Lewandrowski, Miroslava Seidel, Corina Redlin und Sabine Pabst haben sich für ihre nächste Ausstellung im Kunstraum Erlensee, Friedrich-Ebert-Str. 7 einem vielschichtigen Thema zugewandt: „Formen und Strukturen“.

Im Grunde bestehen alle Bilder aus bestimmten oder unbestimmten Formen und Strukturen, die im Verhältnis zueinanderstehen, um ein Ganzes zu bilden. Wir sind von Formen und Strukturen umgeben, in der Natur, aber auch im Miteinander, bis hin zur eigenen Persönlichkeit. Ein Kind wird während seines Heranwachsens geformt. Unser Alltag ist durchstrukturiert.

Aber wie gelingt es, dies in Werken einzufangen, abzubilden? Ein Klumpen Ton bekommt durch gezielte Bearbeitung eine gewollte Form, ein Bild durch verschiedene Techniken, Materialien und Farbanwendungen eine ganz unterschiedliche Darstellung von Formen und Strukturen. Jeder Künstler geht dieses Thema auf seine ganz individuelle Weise an.

Da entstehen abstrakte Gebilde, die bei näherem Hinschauen verschiedene Formen preisgeben, je nach Fantasie des Betrachters. Dies ist gewollt, hier sollte bewusst nichts vorgegeben werden, was den Blick voreingenommen beeinflussen würde.

Es können aber auch gezielt Formen und Strukturen abgebildet werden, die sofort eindeutig erkennen lassen, was der Künstler auf seinem Werk wiedergeben wollte.

Bridge to Imla mit Volker Lankow  (09.04. 2022 um 19 Uhr)

Das Duo BRIDGE TO IMLA (Hans-Dieter Schmidt & Michael Brückner) hat in der jetzigen Form 2017 zusammengefunden, 2018 erschien ihr Debüt-Album „The Radiant Sea“, dem verschiedene Live-Auftritte und vier weitere Veröffentlichungen folgten, auf dem die beiden Elektronik-Musiker ihr Konzept des „Cinematic Ambient“ weiterverfolgten. Den Hörer erwarteten weite, manchmal meditative, manchmal auch bedrohliche oder ätherische Klanglandschaften, in die immer wieder orchestrale Elemente eingeflochten wurden und an neoklassische Filmmusik denken ließen. Aber auch lebhaftere elektronische Rhythmen und Klänge tauchten immer wieder aus dem Klangstrom auf, oder Klavierpassagen erzeugten ein romantisches, oder auch dezent jazziges Flair, das durchaus auch stellenweise in rockige oder psychedelische Soli übergangen ist, bevor es sich wieder in Wolken aus sphärischen Klängen auflöste.

Der Perkussionist, Elektroniker und Klangkünstler Volker Lankow ist ein langjähriger Freund und gern gesehener Gast des Duos und erweiterte die Klangpallette noch um weltmusikalische Elemente (er hat sein Trommelhandwerk u.a. in Afghanistan und Nordafrika gelernt), um Naturaufnahmen, Stimmen und allerlei andere Klänge.

Sabine Pabst: Offene Welten (20.03.-17.04.2022)

Frühlingsanfang und die allmähliche Rückkehr in ein normales Leben nahmen die Kunsträumerinnen zum Anlass, die Räume des Kunstraums in Erlensee, Friedrich-Ebert-Str. 7, fein und der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

Nach „Eintauchen und Abschalten“, „Traumwelten“ und „Andere Welten“ folgt nun die 4. Einzelausstellung von Sabine Pabst. In „Offene Welten“ präsentierte die Künstlerin ihre Werke, die in den letzten 2 Jahren während der Pandemie entstanden sind. Die Acrylbilder auf Leinwand folgen keinem speziellen Thema, sondern spiegeln die Emotionen, die diese Zeit bei ihr ausgelöst hat.

Der Blick hat sich nicht verändert, aber der Fokus: versuchen, positiv zu bleiben, das Schöne zu sehen, Ängste überwinden. Weil wir gesehen haben, wie zerbrechlich unser Leben ist, aber auch, wie wir mit aller Kraft ums Überleben kämpfen, und dass es immer irgendwie weitergeht.